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Das Rila Kloster "Uspenie Presveta Bogoroditza" (bg. Rilski Manastir) befindet sich im nordwestlichen Teil von Rila Gebirge auf einer Höhe von 1147 M. über dem Meeresspiegel. Es ist etwa 120 km von der bulgarischen Hauptstadt Sofia in südlicher Richtung entfernt. Das Rila Kloster steht seit 1983 auf der UNESCO Welterbeliste.
Das Rila Kloster ist im 10. Jh. von dem bulgarischen Einsiedler Ivan Rilski gegründet. An der heutigen Stelle ist das Rila Kloster im 14. Jh. errichtet worden. Das älteste Gebäude in diesem Architekturensemble ist der beeindruckende Schutzturm auf fünf Etagen. Sevastokrator Hreljo Dragolov ließ im Jahre 1334 -1335 diesen 23 M. hohen Steinturm bauen. Auf der obersten Ebene befindet sich die Kapelle "Preobrajenie Gospodne" (Verklärung Christi). Fragmente aus älteren Wandmalereien sind bis heute noch erhalten geblieben.
Das Kloster genoss ein großes Vorrecht im II. Bulgarischen Reich von Zaren Ivan Assen dem Zweiten (1218 – 1241) bis zur Eroberung Bulgariens von den Osmanen während der Regierung von Zaren Ivan Schischman (1378). Während der osmanischen Invasion wurde das Kloster völlig zerstört und verwüstet.
In der zweiten Hälfte des 15. Jh. arbeiteten drei Brüder aus der Stadt Küstendil am Wiederaufbau des Rila Klosters und transportierten die Reliquie von dem Heiligen St. Ivan Rilski hierher - heutzutage zum Verehren ausgestellt.
Seit diesem Zeitpunkt begann ein intensives geistiges und kulturelles Leben. Gesandte aus dem Rila Kloster besuchten viele Herrenländer der Welt. Diesbezüglich stellte der russische Zar Ivan Grozni dem Rila Kloster eine Urkunde aus. Diese Urkunde und seine große Bücherstiftung, sowie Kirchenutensilien, werden im hiesigen Klostermuseum aufbewahrt.
Während der nationalen Wiedergeburt im 18. und 19. Jh. wurde der Wiederaufbau des Rila Kosters von reichen bulgarischen Kaufleuten gestiftet. Der Aufbau begann im 1816 und dauerte etwa 30 Jahre. Charakteristisch für dieses architektonische Wunder sind die Säulengänge und die Außenwände, die das Kloster wie eine Festung aussehen lassen. Der vierstöckige Wohnteil besteht aus etwa 300 Mönchszellen und einem Äbte-Raum, vier Kapellen und einer Bibliothek. Besonders sehenswert ist auch die Klosterküche - die Magerniza mit ihren riesengroßen Gefäßen.
Die Hauptkirche, unmittelbar dem Hreljover Turm, wurde von 1834 bis 1837 erbaut. Einige Wandmalereien sind von den berühmten Brüdern und Malern Dimitar und Sachari Sograf. Ihr Meisterwerk wurde dann von Dimitars Sohn Stanislav Dospevski fortgestzt. Zu einem späteren Zeitpunkt absolvierte Dospevski die St. Peterburger Akademie der Künste.
Die wertvollen Ikonen stammen aus dem 14. - 19. Jh. Sehr eindrucksvoll ist das Heiligenbild aus Nussbaumholz und Vergoldung in der Mitte. Dieses Meisterwerk wurde von vier Holzschnitzern in 5 Jahren angefertigt.
Im Klostermuseum sind auch andere wertvollen Gegenstände ausgestellt: goldene und silberne Kirchenutensilien, Münzen, Waffen, Schmuckstücke, goldbestickte Stoffe, etc. Eine Eingangstür führt zu der alten Hreljover Kirche. Da gibt es auch Holzschnitzereien, alte Ikonen und Evangelien. Ein Kunstwerk von unschätzbarem Wert ist das berühmte Kreuz, das aus einem ganzen Holzstück (81 cm x 43 cm) ausgearbeitet wurde. Der Mönch Rafail arbeitete daran 12 Jahren und schnitzte 104 religiöse Szenen und 650 kleine Figuren. Danach verlor der Meister sein Sehvermögen.